Einleitung Grundrechtefibel

Alle Menschen sind unterschiedlich. Denk nur mal an deine Familie, an deine Freunde oder an deine Schule: Da hat jede und jeder seine eigenen Vorstellungen, Wünsche und Pläne. Das kann das Zusammenleben mit anderen richtig spannend machen – oder ganz schön anstrengend. Stell dir vor, wie es wäre, wenn alle nur das machten, was ihnen am besten gefiele.
Alle würden kommen und gehen, wann sie wollten. Manche würden gerne arbeiten gehen, andere jedoch lieber faulenzen, viele würden den ganzen Tag einfach frei nehmen oder spielen. Das klingt vielleicht im ersten Moment ganz toll, aber selbst das Spielen könnte schwierig werden: Wenn es keine Spielregeln gibt, an die sich alle halten, kann es schnell zum Streit kommen.

Damit die unterschiedlichsten Menschen Tag für Tag miteinander leben, arbeiten und spielen können, muss es bestimmte Regeln geben. Einige solcher Regeln kennst du sicher von zuhause.

Vielleicht habt ihr sogar in eurer Klasse schon Klassenregeln eingeführt, die dafür sorgen, dass sich im Unterricht alle gegenseitig ausreden lassen oder in den Pausen freundlich miteinander umgehen. Neben den Alltagsregeln, die jede Familie oder Klasse für sich selbst bestimmen kann, gibt es auch Vorschriften, die für alle Menschen gelten. Dazu gehört zum Beispiel, dass man nicht stehlen darf oder dass sich Menschen gegenseitig nichts Böses antun dürfen. Weil diese Regeln für ein friedliches Zusammenleben so wichtig sind, sahen sie die Menschen im Laufe der Zeit als unverzichtbar, das heißt als „gesetzt“, an. Daher kommt auch der Name dieser besonderen Regeln: Gesetze.

In den meisten Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland geht es um die Regelung des Zusammenlebens der Menschen miteinander. Gesetze betreffen die unterschiedlichsten Lebensbereiche: Sie legen fest, dass alle Kinder in die Schule gehen müssen oder dass wir nicht stehlen dürfen. Sie bestimmen, dass sonntags Feiertag ist oder wie schnell Autos auf der Autobahn fahren dürfen. Sie verbieten das Rauchen in Restaurants oder das Verschmutzen der Umwelt.

Weil wir in einer Demokratie leben, ist es aber wichtig, dass es auch ein Gesetz gibt, das das Verhältnis der Menschen zum Staat regelt. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Staat sich für das Wohl der Menschen einsetzt und nichts tut, was ihnen schadet. Dieses Gesetz heißt bei uns Grundgesetz. Es ist das wichtigste Gesetz von allen: Weil das Gesetz für den Staat klare Regeln aufstellt und fest-legt, was er darf und was nicht, vertrauen die Menschen dem Staat die Regelung ihres Zusammenlebens an.

In dieser Grundrechtefibel schauen wir uns aber nur die ersten 19 Artikel an – denn das sind die allerwichtigsten! Die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes enthalten die Grundrechte. Diese legen ganz genau fest, was der Staat im Umgang mit den Menschen darf und was er nicht darf. In den Grundrechten ist zum Beispiel geregelt, dass der Staat alle Menschen gleich behandeln muss und dass jeder seine Meinung frei sagen darf. Was das genau bedeutet und welche Grundrechte es noch gibt, erfährst du in den einzelnen Kapiteln der Grundrechtefibel.

Wenn du meinst, Grundrechte sind langweilig und nur etwas für Erwachsene, dann hast du dich geirrt! Du wirst staunen, wie viel Interessantes du in der Grundrechtefibel entdecken wirst und wo du überall mitmachen kannst, damit die Grundrechte gewahrt bleiben!

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