Das Grundgesetz

Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Zunächst nur als Provisorium gedacht, ist es seit nunmehr sechs Jahrzehnten die Verfassung unserer freiheitlichen Demokratie - anfänglich nur für den Westen, seit 1990 für ganz Deutschland.
Seit 1949 ist das Grundgesetz 53 Mal geändert worden, trotzdem ist sein Grundcharakter unverändert. An der Spitze des Grundgesetzes stehen der Mensch.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

So lautet Artikel 1 des Grundgesetzes. Damit wird deutlich: Der Staat ist für die Menschen da, nicht die Menschen für den Staat.

Das Grundgesetz (GG) ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Es wurde vom Parlamentarischen Rat, dessen Mitglieder von den Landesparlamenten gewählt worden waren, am 8. Mai 1949 beschlossen und von den Alliierten genehmigt. Es setzt sich aus einer Präambel, den Grundrechten und einem organisatorischen Teil zusammen. Im Grundgesetz sind die wesentlichen staatlichen System- und Werteentscheidungen festgelegt. Es steht im Rang über allen anderen deutschen Rechtsnormen.

Für eine Änderung des Grundgesetzes ist die Zustimmung des Bundestages sowie des Bundesrates erforderlich. Es ist jedoch nach Artikel 79 Absatz 3 GG unzulässig, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung zu ändern. Die in den Artikeln 1 und 20 des Grundgesetzes niedergelegten Grundsätze sind unabänderlich.

Zeitschrift Der Bürger im Staat 1 - 2009
Das Grundgesetz
Das GrundgesetzDas 60-jährige Bestehen des Grundgesetzes ist Anlass und Grund genug, sich mit der Entstehungsgeschichte, den verfassungspolitischen Weichenstellungen und der Entwicklung ausgewählter zentraler Verfassungsprinzipien eingehender zu befassen. Wie wenige andere Verfassungen ist das Grundgesetz auf eine vitale Demokratie geeicht und zugleich darauf, die politische Macht aufzuteilen statt zu konzentrieren, die Staatsgewalten zu zügeln und die Grundrechte der Bürger zu schützen. Dass die Bundesrepublik eine historisch einzigartig lange Epoche von 60 Jahren Frieden und Demokratie durchleben konnte, ist auch ein Verdienst ihrer Verfassung. ....mehr



Historisches DHM: Wochenschau: Verabschiedung des Grundgesetzes, 1949 (Real-Video)

Faksimile der Urkunde der Unterzeichnung des Grundgesetzes durch den parlamentarischen Rat am 23. Mai 1949



Am 1. Juli 1948 gaben die Militärgouverneure der der britischen, französischen und amerikanischen Besatzungszone den Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder den Auftrag, eine Verfassung ausarbeiten zu lassen.

Sonntag, 8. Mai 1949: Verabschiedung des GG durch den Parlamentarischen Rat

Mittwoch, 18. Mai 1949: Landtage in Baden und Württemberg-Baden nehmen das GG an

Samstag, 21. Mai 1949: Landtag von Württemberg-Hohenzollern nimmt das GG an

Sonntag, 22. Mai 1949: Vorabend der Verkündung des Grundgesetzes

Montag 23. Mai 1949: Verkündung und Inkrafttreten des Grundgesetzes
Nach neun Monaten Arbeit wird das Grundgesetz auf der Schlusssitzung des Parlamentarischen Rates am 23. Mai 1949 feierlich verkündet. Die Abgeordneten des Parlamentarischen Rates und die elf Ministerpräsidenten unterschreiben die Originalausfertigung. Das Grundgesetz tritt mit Ablauf des Tages in Kraft. Die Bundesrepublik Deutschland ist gegründet.

Links
  • Bundestag:
    Parlamentarischer Rat und das Grundgesetz
    Spezialausgabe Blickpunkt Bundestag
    Für die Menschen in den westdeutschen Besatzungszonen ist es der Start in eine neue Zukunft: Am 1. September 1948 wird in Bonn der Parlamentarische Rat eröffnet. Seine Mitglieder haben den Auftrag, eine Verfassung für Deutschland auszuarbeiten. Am 23. Mai 1949 ist es so weit: Das Grundgesetz wird verkündet - die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. BLICKPUNKT BUNDESTAG SPEZIAL zeigt, wie der Parlamentarische Rat mit seiner Arbeit den Grundstein für unsere Demokratie gelegt hat.  
     
  • Das Grundgesetz zum Download (PDF) beim Deutschen Bundestag
     
  • Im Volltext:
    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Loi fondamentale pour la République fédérale d'Allemagne

     
  • Grundgesetz-Wanderausstellung - "In bester Verfassung?! - Meinungsfreiheit, Gleichheit, Selbstbestimmung, Demokratie, Recht"
    Zeitraum: Apr.99 - Juni 2000, Veranstalter: Bundesrechtsanwaltskammer sowie Bundeszentrale für politische Bildung
     
  • WIKIPEDIA:
    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
     
  • Bundeszentrale für politische Bildung
    Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 18-19/2009)
    60 Jahre Grundgesetz
    Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz in Kraft – die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. Seit der Wiedervereinigung gilt es "für das gesamte deutsche Volk". Den Delegierten des Parlamentarischen Rates standen der Untergang der Weimarer Demokratie und die nationalsozialistische Schreckensherrschaft vor Augen. Das Grundgesetz hat sich in 60 Jahren bewährt. Die europäische Integration, aber auch die Herausforderungen durch den Terrorismus und eine übermäßige Staatsverschuldung aufgrund der globalen Wirtschaftskrise werden seine Zukunftsfähigkeit auf die Probe stellen.
     
  • Bundeszentrale für politische Bildung
    Grundgesetz und Parlamentarischer Rat
    Das Grundgesetz war ursprünglich als Provisorium geplant. Seit der Wiedervereinigung gilt es als gesamtdeutsche Verfassung. In 60 Jahren hat es 52 Verfassungsänderungen erlebt, aber noch keine schwere Verfassungskrise. Hat sich das Grundgesetz bewährt, weil es offen für Änderungen war?

  • Bundeszentrale für politische Bildung:
     "Thema im Unterricht EXTRA: Grundgesetz für Einsteiger und Fortgeschrittene" 
    Die Mappe mit 38 Arbeitsblättern macht aus einer trockenen Übung zum Grundgesetz und einer abstrakten Institutionenkunde eine eher vergnügliche Rallye. Anhand von Text- und Bildrätseln, Lückentexten, Karikaturen und Grafiken werden Grundlagen unserer Verfassung dargestellt und erarbeitet: von Grundrechten, Gewaltenteilung, Verfassungsorganen, Aufgaben des Parlaments und der Abgeordneten, zum Weg der Gesetze, der politischen Willensbildung bis hin zu Verfassungsklagen und der Arbeit der Europäischen Union.

  • lehrer-online
    Der Weg zum Grundgesetz
    Am 1. September vor 60 Jahren traten in Bonn 65 Frauen und Männer zum "Parlamentarischen Rat" zusammen, sie wurden die "Mütter" und "Väter" des Grundgesetzes. Ihre Aufgabe war es, bei der Erarbeitung der Verfassung für einen künftigen Weststaat parteipolitische Interessengrenzen hinter sich zu lassen und vor allem die richtigen Lehren aus der jüngsten Vergangenheit zu ziehen.
    Das Grundgesetz, das der Parlamentarische Rat schuf, ist laut zeitgenössischer Definition "im Kern eine bürgerlich-liberale Verfassung mit deutlichem metaphysischem Bezug, aber auch ausgeprägtem Sozialstaatscharakter", deren Kompromisscharakter wesentlich zu ihrem inzwischen 60-jährigen Erfolg beitrug.

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